Ökologische Bewirtschaftung: 2021 wird unser erster Bio-Jahrgang

Der Witterungsverlauf hat uns mit dem ökologischen Weinbau in diesem Jahr ganz schön auf Trab gehalten, denn durch die anhaltende Nässe waren die Pilzkrankheiten im Weinberg kaum aufzuhalten. Wir sind trotzdem froh, diesen neuen Weg eingeschlagen zu haben, und können es kaum erwarten, mit dem kommenden Jahrgang endlich das Biosiegel führen zu dürfen. Denn im Weinbau gibt es viele gute Gründe für eine ökologische Bewirtschaftung. Sie kommt der Bodenvitalität, der Biodiversität, dem Humusaufbau und damit der langfristigen Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens zugute. In ökologisch bewirtschafteten Böden finden sich beispielsweise viel mehr Regenwürmer, die am Humusaufbau beteiligt sind und den Boden auflockern. Und ähnlich wie beim Mikrobiom im menschlichen Darm, lebt auch die Rebe mit ihren Wurzeln in einer Symbiose mit Mikroorganismen wie Pilzengflechten, die sie bei der Wasserversorgung und der Nähstoffaufnahme unterstützen. Aber auch oberirdisch profitieren die Reben von der Biodiversität, weil so nützliche Insekten bestimmte Schädlinge im Zaum halten können. Synthetische Pestizide und Düngemittel stören all diese natürlichen Gleichgewichte massiv, wie man heute weiß.

 

 

 

 

Von uns als Winzern verlangt der Bioweinbau eine deutlich intensivere Auseinandersetzung mit unseren Weinbergen. Das bedeutet zwar mehr Arbeit, gibt uns aber auch ein ganz anderes Gefühl der Nähe zu den Reben und der sie umgebenden Natur. Ein gutes Gefühl. Und schon jetzt am Ende der Umstellungsphase, nach gerade mal drei Jahren „öko“ im Weinberg, können wir bereits ein deutlich ausgeglicheneres Wachstum der Reben beobachten, wovon wir uns mittel- und langfristig auch eine Steigerung der Traubenqualität versprechen. Und das wir auf diesem Weg im Einklang mit der Natur auch der nächsten und den vielen kommenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen, sollte doch eigentlich jedem Menschen am Herzen liegen.